Völkerball - Eine Teilnehmerin berichtet

 

Vor 10 Jahren bin ich mit meiner Familie ins schöne St.Tönis gezogen. Glücklicherweise haben wir schnell Anschluss gefunden und uns gut einleben können. Da ich schon immer gerne Sport - nur zum Spaß an der Freude - gemacht habe, war es ein Glück, dass meine Nachbarin mich mit zur Ballsportgruppe genommen hat.

Damals haben wir noch in der Jahn Sportanlage gespielt. Im Sommer haben wir die Bahn zum Aufwärmen genutzt oder auf der Wiese Badminton gepielt. Leider war die Halle zu niedrig und viele Bälle haben sich an die Decke verirrt. Deshalb waren wir sehr glücklich, als wir ins Corneliusfeld umziehen durften.

 

Auch ansonsten hat sich einiges verändert.

Zunächst waren wir nur Frauen, irgendwann kam jedoch die Idee auf, dass man das letzte Mal vor den Ferien mit der gesamten Familie spielen könnte. Unseren Männern hatte es so gut gefallen, dass sie bald regelmäßig kamen. Selbst die Jugendlichen sind jetzt häufiger dabei. Wir sind einen schön bunt gemischte Völkerball Gruppe.

 

Aber erst in letzter Zeit hat der Name Völkerball für mich eine ganz neue Bedeutung angenommen.

Wie ich darauf komme?

Durch meine Arbeit bei der Flüchtlingshilfe Tönisvorst habe ich Menschen aus verschiedenen Ländern kennengelernt. Einige sind ohne Familie hier und haben es schwer Anschluss zu finden. Deshalb habe ich mir ein Herz gefasst und gefragt ob ich ein paar von ihnen mitbringen dürfe. Keiner hatte etwas dagegen einzuwenden.

Damit unsere neuen Mitspieler auf Zurufe besser reagieren können, habe ich ihnen die wichtigsten Ausdrücke mit den passenden Bildern zusammengestellt. Die Regeln wurden während des Spiels gelernt.

Seit Kurzem spielen Menschen aus dem Libanon, Syrien und aus dem Irak bei uns mit in der Gruppe. Es ist schön zu sehen, wie glücklich sie sind mit uns spielen zu können. Es wird viel gelacht und wenn sich jemand besonders ins Zeug legt, gibt es Applaus.

Ich hoffe, dass wir noch lange Spaß miteinander haben und sie sich schnell bei uns einleben, so wie wir es damals vor 10 Jahren gemacht haben.

 

Petra Silberberg